Philosophie Kursstufe

Curricula

Der Philosophieunterricht in der Jahrgangsstufe1 beträgt zwei Wochenstunden.

Kompetenzen gemäß Bildungsplan Inhalte Methoden Hinweise

Definition der Philosophie I: Philosophie als Denkprozess, System und akademische Disziplin beschreiben

Die kantischen Grundfragen der Philosophie

Mischformen zwischen Philosophie und Literatur (z. B. Platon, Seneca, Montaigne, Camus)

Die philosophischen Disziplinen

 

Assoziation, Brainstorming und Mindmap als Mittel der Themenerschließung

Internetrecherche/Umfrage zum Wortfeld Philosophie

Porträts gegenwärtiger Universitätsphilosophen

Kreativaufgabe, z. B. Schüler-Essay „Meine (Lebens-) Philosophie“

TV-Analyse „Das Philosophische Quartett“

Bildinterpretation „Die Schule von Athen“

Deutlich sollte das breite alltagssprachliche Bedeutungsfeld von „Philosophie“, ihre „Methodenfreiheit“ und ihre disziplinenübergreifende Fragestellung werden.

Fächerübergreifend: Zusammenarbeit mit dem Fremdsprachenunterricht, z. B. Seneca (Latein), Camus (Französisch)

Definition der Philosophie II:

Die Philosophie in ihrer historischen Entwicklung verorten

Mythos und Logos in der Antike

Vorsokratische Philosophie

Epochen der Philosophiegeschichte

Erklärungshoheit in Philosophie und Religion

Textanalyse Mythos (Hesiod, „Theogonie“, Ödipus-Mythos o. ä.)

Pro- und Contra-Diskussion des Alltagsverstands (Klassische Paradoxien)

Die Philosophie emanzipiert sich in ihrer Entwicklung von der Religion. In den Blick genommen werden können hier exemplarisch die Anfänge der Philosophie in antiken Griechenland.

Fächerübergreifend: Religion („Gott der Philosophen“, Weischedel)

Anthropologische Grundlagen des Erkennens und Wissens beschreiben und erörtern

Sinnlichkeit – Vernunft - Verstand,

klassische Positionen des Rationalismus (Descartes) und des Empirismus (Locke)

Zweifel als Grundlage von Erkenntnis: Platons Höhlengleichnis, Skeptizismus (Montaigne)

Untersuchung optischer Täuschungen (M. C. Escher)

Fallbeispielanalyse (Phantomschmerz, psychosomatischer Schmerz)

Bildanalyse (z. B. R. Magritte, „Ceci n’est ne pas une pipe“)

Reflexion von Alltagssituationen

Rollenspiele

Exemplarische Erfassung des Körper-Geist-Dualismus und seiner Konsequenzen für Erkennen und Wissen

Aktuelle Positionen der Erkenntnistheorie darstellen und erörtern

Begriff personaler Identität

Evolutionäre Erkenntnistheorie (G. Vollmer), Radikaler Konstruktivismus (P. Watzlawick), Kritischer Rationalismus (R. Popper), Gehirnforschung (W. Singer)

kreative Formen: Collage, Gedicht

Gedankenexperiment: Schafft materielle Verdopplung zwei Personen? (D. Parfit)

Filmanalyse: „Matrix“

Gedankenexperiment: Das Schiff des Theseus

Vergleich theoretischer Positionen mit der unreflektierten Voreinstellung eigener Identität

 

Grundbegriffe der Wissenschaftstheorie kennen und beschreiben

Naturgesetz, Axiom, Verifikation, Falsifikation, Experiment, Erklären, Verstehen, Paradoxie

induktive Hypothesenbildung und deduktiv-nomologische Erklärung

Begriff der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften (W. Dilthey, G. Simmel)

zyklische Wissenschaftsgeschichte (T. Kuhn)

Problematik der Letztbegründung von Wissen

Anwendung textanalytischer Methoden

Sokratisches Gespräch („Was ist Wissen?“)

Textanalyse paradoxer Darstellungen: L. Carroll, „Alice in wonderland“

Visualisierungstechniken: Struktur axiomatischer Wissenschaft

Gedankenexperiment: Achill und die Schildkröte

Sinnvoll ist hier eine kurze Einführung in die Aussagenlogik (Syllogismenlehre). Illustrativ sind Bezüge zur aufkommenden Idee der mathematischen Naturgesetzlichkeit in der Frühen Neuzeit (Galilei)

Fächerübergreifend: Deutsch (Brecht, „Leben des Galilei“), Mathematik (Axiomatische Methode in der Geometrie: Euklid) oder Physik (mathematisierte Beschreibung von Natur)

Positionen der Anthropologie darstellen und erörtern

Mensch als Natur- und Kulturwesen

Mensch als Mängelwesen (A. Gehlen), als Lernwesen (J. G. Herder, L. Schenk-Danzinger), als „nicht festgestelltes Tier“ (F. Nietzsche)

Detailanalyse religiöser Texte: Schöpfungsbericht Genesis, Platons Prometheusmythos

Experteninterview (Religionslehrer)

Fächerübergreifend: Religion (Gottebenbildlichkeit des Menschen)

Moderne Entwicklungen im Menschenbild kennen und erörtern

Definition Intelligenz - Künstliche Intelligenz vs. menschliche Intelligenz

Hirnforschung und Konstruktivismus

Gehirn und Bewusstsein (Biologismus und Freiheit des Menschen)

Auflösung des Ich in der Neurophilosophie (T. Metzinger)

Mindmap: Was/wer bin „Ich“?

Liedanalyse, z. B. H. Grönemeyer, „Mensch“

Internet-/Bibliotheksrecherche

Expertenbefragung KI

Fallanalyse (Libet-Experiment)

Vertiefung aktueller Bezüge durch Lektüre von Auszügen aus R. D. Precht, „Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?“

Fächerübergreifend: Informatik (Metapher „Computer“ für das Denken), Biologie (Gehirnforschung und Neurophilosophie)

Sinnkonstitutionen in Religion und Geschichtsphilosophie darstellen und erörtern

Modell christlicher Heilsgeschichte

Weltaltermythen

Kulturentstehungslehren (zyklisch, aszendent, deszendent) und

Positivismus (A. Comte)

klassische Geschichtsphilosophie (G. Vico, G. W. Hegel, K. Marx)

Assoziation, Brainstorming und Mindmap als Mittel der Themenerschließung

Freie Erörterung („Kann man aus der Geschichte lernen?“)

Textanalyse: W. Dilthey: „Der Aufbau der geschichtlichen Welt in den Geisteswissenschaften“ (Auszüge)

Fächerübergreifend: Geschichte (Historischer Materialismus, Linkshegelianismus, Marxismus), Religion (Heilsgeschichte, Eschatologie)

Kritik der Sinnkonstitutionen kennen und erörtern

Postmoderne Theorien vom Ende der Geschichte (Fukuyama, Lyotard)

Kreative Arbeit: Essay/Gedicht/Collage zum Thema „Der Sinn des Lebens“

Empirische Umfrage

Pro- und Kontra-Diskussion

Textanalyse, z. B. Camus, „Der Mythos des Sisyphos“, L. Wittgenstein, „Vortrag über Ethik“

 

 

Lehrbücher: „Philosophieren 1“ und „Philosophieren 2“ (C. C. Buchner)