Das Peutinger Gymnasium ist eine mittelgroße Schule, die ihren Schülern ein breites Spektrum an Wahlmöglichkeiten vom naturwissenschaftlichen Profil über bilingualen Unterricht bis hin zur Ausbildungsdauer anbietet. Der Bewerbung sind keine Anlagen beigefügt.
Zur Leitidee "Eigene Lernwege gehen" ist ein breites Spektrum an Aktivitäten dargestellt. Besonders hervorzuheben ist die Tatsche, dass es sich meist um Angebote für viele oder gar alle Schüler handelt, die auch den regulären Pflichtunterricht umfassen. Die umfangreiche Liste enthält auch Wiederholungen (z.B. NwT). Die Schwerpunktsetzung für den MINT-Bereich wird z.B. durch Bildung kleiner Lerngruppen und das Unterrichtsangebot im naturwissenschaftlichen Bereich deutlich. Das Leitfach "Natur und Technik" ist ausführlicher dargestellt und ist ein für den Großteil der Schüler ergänzend zum Lehrplan verbindliches Unterrichtsfach. Die Ergebnisse dieses Schulversuchs erscheinen vielversprechend. Es ist zu hoffen, dass ein entsprechendes Angebot weite Verbreitung findet. Auch zur Leitidee "Strukturieren und Vernetzen" wird das Leitfach "NwT" aufgeführt, bei dem ein wichtiges Merkmal die horizontale Vernetzung der verschiedenen Naturwissenschaften ist. Dabei dient das genauer dargestellte "Schulcurriculum" dem Ziel fächerübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichts. Auch wenn dies eigentlich Standard sein sollte, scheint man am Peutinger Gymnasium damit Ernst zu machen. Welche konkreten Maßnahmen über NwT hinaus im MINT-Bereich durchgeführt werden, wird nicht deutlich. Beispiele für vertikale Vernetzung kommen nicht vor. Bei der Leitidee "Kommunizieren und Kooperieren" wird deutlich, dass sich die Schule um vielfältige Kontakte innerhalb und außerhalb ihres Umfeldes bemüht. Innerhalb der Schule werden sowohl projektbezogen als auch bei der Erarbeitung des Schulcurriculums und bei der Unterrichtsplanung Lehrerteams gebildet. Diese wichtige und schulinterne Kooperation wird in der Bewerbung allerdings nicht konkret ausgeführt. Die ausführlich beschriebene Erarbeitung eines Schulleitbildes erfolgte in einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Eltern Lehrern und Schülern. Auch außerschulische Partnerschaften zu Hochschulen und regionale Unternehmen werden gepflegt. Die aufgeführten Beispiele haben jedoch nicht immer eindeutigen MINT-Bezug.
Die Evaluation der genannten Maßnahmen erfolgte meist in pragmatischer Weise durch Schülerleistungen, Anmeldezahlen und subjektive Eindrücke. Dem Schlussatz des Schulleiters ist uneingeschränkt zuzustimmen, wenn er schreibt, dass nicht spektakuläre Aktionen zählen, sondern die tägliche Arbeit. Dass das Peutinger Gymnasium darin gut ist, lässt die Bewerbung erahnen.
München, den 4. November 2004