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Das Wappen des Ignatius Desiderius von Peutingen

WappenDas Wappen des Ellwanger Stiftsdekans und fürstpröpstlichen Statthalters Ignatius Desiderius von Peutingen, des letzten Sprosses aus dem Augsburger Patriziergeschlecht der Peutinger, ist in Ellwangen viermal erhalten:

Dort ist es zwar al fresco bemalt, später aber infolge Unkenntnis eines Restaurators verdorben worden, so daß wir das Wappen in Ellwangen in richtiger farbiger Darstellung nirgends erhalten haben. Infolgedessen mußten die Farben aus dem großen Siebmacher erkundet werden.

Und so können wir heute das Peutingerwappen blasonnieren, d.h. in der heraldischen Sprache "beschreiben".

Die Blasonnierung lautet wie folgt:

Die Gründe, weshalb die Augsburger Peutinger gerade die Pilgermuschel als Schildfigur gewählt oder verliehen bekommen haben, lassen sich wohl nicht mehr ausmachen. Jedenfalls sind sie die Hauptfigur des Wappens, und damit sie als solche recht stark hervortreten und ihre Aufreihung "übereinander" rasch in die Augen springt, sind sie auf einen roten Schrägrechtsbalken aufgelegt. So wird der rote Balken, schon durch die flächefüllenden Muskeln ziemlich verdeckt, zur Nebenfigur.

Daß Blau und Silber die Hauptfarben des Peutinger-Wappens sind, erkennen wir auch an der blau-silbernen Helmdecke und an der silbernen Straußfeder, mit der der blaue Spitzhut besteckt ist und die ebenfalls dazu dient, das Silber als zweite Hauptfarbe darzutun. Zur Hervorhebung von aneinander oder übereinander aufgereihten Schildfiguren farbige Balken, auch Schrägbalken zu verwenden, ist nicht eben selten.

Im ganzen kann man sagen, daß das Peutinger-Wappen ein heraldisch interessantes und wegen seiner Farbenprächtigkeit schönes und zugleich gutes Wappen einer reichsstädtischen Patrizierfamilie darstellt.

(Nach einem Artikel von H. R. in der Ipf- und Jagst-Zeitung Nr. 68 vom 22. 3 1958.)

Vielleicht interessiert Sie ein kurzer Lebensabriss zu Ignatius Desiderius von Peutingen? Auch der Text der Stiftungsurkunde ist uns überliefert.