Free Jazz

Free Jazz Allgemein

Free Jazz ist einerseits ein historischer Begriff für freies ungebundenes Improvisationsspiel im Jazz seit den 60er Jahren. Andererseits ist es ein bis heute ausstrahlendes Paradigma, das die Möglichkeit zur freien Entfaltung immer neuer Formen im Jazz einfordert.

"Let's play the music and not the background" (Ornette Coleman)

Entwicklung

Unbestritten ist der wegbereitende Einfluss solcher US-Amerikaner wie John Coltrane, Eric Dolphy, Ornette Coleman und Cecil Taylor, die auch aus heutiger Sicht noch zu den kreativsten Vertretern der Improvisierten Musik zählen.

Oriental Jazz Quartet

Seit Ende der 50er Jahre experimentierten Jazzmusiker mit unerhört neuen Klängen: mit dissonanten (d.h. spannungsgeladenen) Akkorden, wie sie im Jazz bis dahin unvorstellbar gewesen waren. Die schockierende Wirkung dieser Musik - seit den 60er Jahren bezeichnenderweise "Free Jazz" oder "The New Thing" genannt - wurde noch gesteigert durch neuartige Spieltechniken und ausgefallene Klang- und Geräuscheffekte, wie extrem hohe, schrille, "schreiende", "pfeifende", "quäkende" oder "grunzende" Töne.

Das Publikum reagierte überwiegend ablehnend; es empfand den Free Jazz als Zumutung - und als Herausforderung war er von den Musikern auch gemeint: als Protest der jungen farbigen Generation gegen Rassenungleichheit und soziale Ungerechtigkeit.

Stil

Das ungebundene Spiel stellt den Unterschied zwischen "offener Probe" und "Konzert" in Frage; damit gab das Freejazzbeispiel den Musikern eine Legitimation für stilübergreifende Improvisationen, was die Grundlage für die spätere Verbindung des Jazz mit der so genannten Weltmusik, aber auch mit der neuen komponierten Musik legte. Viele Stil- und Effektmittel des Free Jazz finden sich mittlerweile zwanglos im Mainstream Jazz wieder, dazu gehören u.a. die Verwendung extremer Register und Intervalle und Spaltklänge (bei Bläsern) und Cluster bei Harmoniein strumenten.

Authors: Urs H., Andreas L., Christopher D.

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