Ciceros philippische Reden
Nach Cäsars Tod am 15. März 44 v. Chr. zeigte Cicero triumphierende Freude (er nannte die Cäsarmörder zum Beispiel „Befreier“), obwohl er nicht an der Verschwörung beteiligt war. Nun wollte Cäsars Mitkonsul Marcus Antonius Nachfolger der Alleinherrschaft werden. Deshalb trat Cicero energisch gegen Antonius auf. Mit seinen 14 philippischen Reden wurde er zum Wortführer der republikanischen Minderheit im Senat. Dadurch erhielt er einen großen Teil seiner einstigen politischen Macht zurück und gewann großes Ansehen.
Seine erste Rede am 2. September 44 beendete den Waffenstillstand zwischen Antonius und den Republikanern um Cicero.
Ciceros zweite Rede war eine Gegenrede zu der von Antonius, in der er Cicero die Schuld an allem Unglück der vergangenen 20 Jahren gab. In dieser Gegenrede, die „Zweite Phillipica“, die nie gehalten und wahrscheinlich auch nie veröffentlicht wurde, ließ nun auch Cicero seine Wut auf Antonius freien Lauf. Sie enthielt maßlose und persönliche Schmähungen gegen Antonius, die jedoch nicht völlig unbegründet waren. Er drückte darin sein Bedauern darüber aus, dass Antonius an den Iden des März (Todestag Caesars) nicht mitbeseitigt worden war.
Ciceros Ende
Im Sommer des Jahres 43 v. Chr. schloss sich Antonius mit C. Caesar Octavianus, dem späteren Kaiser Augustus und Adoptivsohn von Cäsar, und Marcus Lepidus zum zweiten Triumvirat zusammen. Auf den Proskriptionen (Proskriptionen:Achterklärung), die die drei beschlossen, um ihre politischen Gegner zu beseitigen, stand Cicero auf Antonius’ Liste ganz oben. So veranlasste Antonius, dass Cicero am 7. Dezember 43 v. Chr. ermordet wurde. Sein abgeschlagener Kopf wurde mit seinen Händen, auf Wunsch von Antonius, auf der rostra (Rednerbühne) in Rom aufgestellt. Einem Gerücht nach soll ihm noch Fulvia, die nacheinander mit seinen Feinden Clodius und Antonius verheiratet war, seine Zunge mit ihrer Haarnadel durchbohrt haben, als Zeichen dafür, dass er nicht mehr reden könne.