Während Ciceros Konsulats kam es zu der Verschwörung des Catilina, die jedoch verraten und unter Mitwirkung Ciceros aufgedeckt werden konnte.
Planung der Verschwörung und Notstand im Senat
Im Sommer 63 v.Chr. scheiterte
Catilina, Ciceros Rivale vom Vorjahr, zum
zweiten Mal mit seiner Bewerbung zum Konsulat.
Nun entschloss sich Catilina zu dem Versuch,
durch eine Verschwörung mit Gewalt doch an
die Macht zu kommen: Eine kurz ausgebildete
Armee aus altgedienter Soldaten sollte Rom
bedrohen. Gleichzeitig sollten Attentate auf
prominente Persönlichkeiten zusammen mit
gezielten Brandanschlägen innerhalb der
Stadt für Verwirrung sorgen und den Putsch
ermöglichen. Zum Glück war Cicero
durch Spitzel über alle Pläne gut
unterrichtet.
Als Cicero dann noch Beweiße (anonyme
Briefe) mit Warnungen vor Mordanschlägen
durch Catilina erhielt, kam der Senat
zusammen.
Als der damalige Prätor dann von
Truppenbewegungen eines Verbündeten
berichtete, beschloss der Senat den Notstand
(senatus consultum ultimum).
Den machthungrigen Catilina schreckte das wenig. Zu der Aufstellung seines Freiwilligen-Heeres kam immer mehr Zuwachs und die Stimmung in den untersten Schichten Roms stimmten ihn (zunächst) zuversichtlich.
Als wenige Tage später Unruhen gemeldet wurden, wurde Catilina als Verursacher dieser Tumulte angezeigt. Catilina gab sich unschuldig und bot sich für eine freie Haft an, d.h. sich unter die Aufsicht eines der führenden Männer Roms zu stellen. Aber niemand wollte sich dafür zur Verfügung stellen.
Durchführungsversuch und Flucht von Catilina
Anfang November hielt Catilina die Zeit
für gekommen, loszuschlagen. Zuvor sollte
aber noch Cicero beseitigt werden. Doch der war
gewarnt: die Attentäter, die vorgaben, ihn
wegen der Morgenbegrüßung aufsuchen
zu wollen, wurden abgewiesen.
Mit seiner berühmt gewordenen Rede gegen
Catilina provozierte Cicero am 7. November
seinen Gegner im Senat, machte dort Stimmung
gegen ihn und brachte vor, was ihm zugetragen
wurde. Catilina floh zu einem Verbündeten,
wo das Heer der Aufständischen gesammelt
wurde.
Cicero
- Rede gegen Catilina;
Gemälde von Cesare Maccari (1840-1919) von
1888
Die Hinrichtung der Catilinarer ist Ciceros Triumph
Anfang Dezember übergab eine Gesandtschaft
der Allobroger, die die Verschwörer zum
Aufstand gegen Rom aufwiegeln wollten,
belastende Briefe der Verschwörer.
Daraufhin wurden die in Rom verbliebenen
Catilinarier verhaftet und verhört. Der
Senat beriet sich über Bestrafung der
Täter, beide Konsuln forderten die
Todesstrafe, und veranlasste schließlich
deren Hinrichtung.
Die Bürger Roms feierten Cicero als Retter
des Staates, so kam es also zu dem Titel
pater patriae (pater patriae:Vater
des Vaterlandes). Später wurde ihm
dieser Vorgang, die Todesstrafe zu veranlassen,
zum Verhängnis:
Clodius, einer seiner politischen Gegner,
benutzen die von ihm angeordnete Hinrichtung,
Catilinas und weiterer Anhänger ohne
Gerichtsurteil, als Vorwand, um ihn aus Rom zu
verbannen.