Philosophie
Der Beginn derPhilosophie ist ein Meilenstein, und dieser liegt bei den Griechen! Die Welt wird nicht mehr mythisch erklärt (z.B. dass die Sonne ein Gott sei – und man ihr deshalb opfern müsse, wenn sie sich verfinstere, um sie zu versöhnen), sondern die Griechen fragen nach den Urstoffen und Regeln, die den Kosmos bestimmen.
Naturwissenschaft
Damit beginnt auch naturwissenschaftliches Denken: Grundlegende Gesetze werden erkannt wie der Satz des Pythagoras und Theorien verfasst, z.B. dass die Welt aus Atomen bestehe.
Geschichte
Ebenso ist die Darstellung historischer Ereignisse nicht mehr nur ein Ruhmesbericht der Taten eines Volkes, sondern die Autoren gehen auf die Suche nach Gesetzmäßigkeiten; so verfasst z.B. Thukydides ein eigenes Kapitel über die Methoden seiner Geschichtsschreibung und unterscheidet Ursachen von Anlässen, um aus der Vergangenheit zu lernen – die Geschichte als Wissenschaft ist geboren.
Ethik
Schnell wird jedoch deutlich, dass naturwissenschaftliche und geschichtliche Erkenntnisse ohne ethische Fragestellungen nicht auskommen: Sokrates ist der Erste, der in den Mittelpunkt seiner Gedanken die Frage danach stellt, was gut oder gerecht ist. Was sind die Maßstäbe hierfür? Welche Verantwortung hat der Mensch für sich und seine Gesellschaft?
Pädagogik
In diesem Zusammenhang wird der Begriff der Pädagogik (= Erziehung) entwickelt und zum – bis in unsere Zeit – kontrovers diskutierten Thema in der Schulbildung: Ist sie notwendig und gegen Honorar lehrbar, wie es die Sophisten praktizierten? Und welches Ziel soll sie haben?
Platon versucht als erster, ein Staatsgebilde zu entwerfen und umzusetzen, das den Forderungen nach Gerechtigkeit entspricht; hierbei durchleuchtet er die drei Grundarten von Regierungsformen (Monarchie, Aristokratie und Demokratie) auf ihre Vor- und Nachteile und kommt zu dem überraschenden Schluss, dass die ideale Staatsform die Aristokratie sei, während die in Griechenland erfundene und heute allseits anerkannte Demokratie von ihm nicht besonders geschätzt wird.
Rhetorik
Und wie sind Leute zu bewerten, die behaupten, mir beibringen zu können, auch ein schwächeres Argument zum stärkeren zu machen? Sind diese "Sophisten" nun besonders gute Lehrer oder machen sie mir ein unmoralisches Angebot?
Nachdenken
und Diskutieren
Die Auseinandersetzung mit derartigen Thesen bietet Stoff zum Nachdenken und Diskutieren in Hülle und Fülle: Die Relativität menschlicher Erkenntnisse, die Macht der Rhetorik und die Suche nach Normen, die unser Handeln bestimmen, treiben Schüler wie Lehrer um.
Grammatikalische
Strukturen
Neben dieser rationalen Ebene, die sich auch im Aufspüren der grammatikalischen Strukturen des Altgriechischen zeigt, ist die Basis des Unterrichts der Kontakt mit Literatur und Kunst, aus denen Ästhetik und grundlegende Motive menschlichen Handelns hervorleuchten:
Literatur
und Kunst
Der Klang und die Geschmeidigkeit der Verse, mit denen Homer den Fall Trojas und die Heimkehr des Odysseus besingt und die europäische Literatur beginnt, ist eines der Highlights in der Oberstufe; die Tragödien um Ödipus oder Medea sowie die Komödien des Aristophanes ziehen in ihren Bann – genauso wie die Werke z.B. des antiken bildenden Künstlers Phidias oder des Vasenmalers Exekias.
Rezeption
Wichtig ist schließlich immer wieder der Bezug zur Gegenwart und die Entwicklung der Antike zur Moderne: Die Rezeption der antiken Mythenin der heutigen Literatur, auf den Theaterbühnen, in der europäischen Oper oder der modernen Malerei verbinden die fremde Antike mit dem vertrauten Jetzt und machen sie in gewisser Weise erlebbar und lassen sie weiterleben
Modernes
Griechenland
– auch mit der traditionellen Fahrt ins moderne Griechenland, wo die neugriechischer Sprachkenntnisse ausprobiert werden können!