Der Name unseres Faches
in Baden-Württemberg sagt sehr deutlich
aus, worum es in diesem Fach geht, nämlich
um Menschen in Gemeinschaften, von den kleinen
wie Familie oder
Freundeskreis – also der
natürlichen Lebenswelt und
Umwelt unserer Schüler –
bis zur Weltgemeinschaft. Dazwischen gibt es
natürlich noch viele andere Formen von
Gemeinschaften. Alle diese Gemeinschaften
brauchen feste Regeln, die man
auch Gesetze oder
Normen nennt, damit das Leben
in ihnen und mit ihnen nicht in Hauen und
Stechen endet wie z. B. im „Wilden
Westen“. Nicht immer sind die
Regeln in einem Vertrag
festgehalten, aber es gibt sie hoffentlich
dennoch.
Diese Regeln und die mit ihnen immer verbundenen Probleme sind Gegenstand unseres Faches.
Wir fangen in
Klasse 10 – künftig in Klasse 8
– mit den Kleingruppen an, denn sie sind
die Keimzellen der
Gesellschaft, und kommen
danach bald zu unserem Staat,
der Bundesrepublik
Deutschland.
Schnell wird dabei deutlich, dass ein Staat viel mehr Regeln in Form von Gesetzen braucht, weil in ihm sehr viele und sehr unterschiedliche Menschen mit sehr unterschiedlichen Interessen leben und weil ihr Zusammenleben eine feste Ordnung braucht. Die Ordnung wird durch Sanktionen – das sind Bestrafungen und Belohnungen – aufrecht erhalten.
Da eine Staatsordnung sehr vielschichtig und kompliziert ist, nimmt dieser Abschnitt im Unterricht großen Raum ein.
Außerdem sollen die Schüler in dieser großen Unterrichtseinheit mit der Demokratie als Staatsform vertraut gemacht werden und dabei erkennen, wie wichtig es ist, die Demokratie gegen deren Feinde zu verteidigen, um die Freiheiten jedes Einzelnen und der ganzen Gemeinschaft im Staat zu schützen. Nur eine wehrhafte und von den Bürgern mit ihren Vorteilen wahrgenommene Demokratie kann auf Dauer überleben – trotz der mit ihr verbundenen Nachteile.
Jeder Einwohner unserer Republik muss erkennen und verstehen, dass die persönliche Freiheit jedes Einzelnen oder jeder Gruppe dort endet, wo sie die Freiheit anderer über Gebühr einschränken würde, denn alle Menschen sind und gelten gleich.
Wenn diese Erkenntnis in einer Gesellschaft Allgemeingut geworden ist und ebenso die Wichtigkeit „demokratischer Spielregeln“ erkannt wird, dann garantiert die Staatsform der Demokratie auch, dass die Macht nur legal erworben werden darf und dass dazu auch der mögliche Machtwechsel durch Wahlen gehört, denn: „Alle Gewalt geht vom Volke aus“.
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Das Zentrum der politischen
Macht? Der Bundestag – Sitz der Vertreter des Volkes, der Abgeordneten |
Die Bundesrepublik
Deutschland ist – wie der Name
sagt – ein Bundesstaat,
deshalb nehmen die Aufgaben der
Bundesländer ebenfalls
einen großen Raum im Unterricht ein, vor
allem unser eigenes Land,
Baden-Württemberg.
Etwas kürzer
werden der Kreis und die
Gemeinde – als weitere
politische Einheiten – behandelt.
Auf allen politischen Ebenen werden wichtige Entscheidungen gefällt – möglichst immer auf der dafür zuständigen Ebene (Subsidiaritätsprinzip). Alle Entscheidungen sind Ergebnis von demokratischen Prozessen, sie dauern manchmal deswegen relativ lang, aber kurzen Prozess gibt es nur in einer Diktatur.
Nicht alle Ergebnisse politischer Entscheidungen sind gut, viele gefallen uns nicht, aber als eines der wichtigsten Unterrichtsziele sehen wir Gemeinschaftskundelehrer des PG es an, den Schülern zu vermitteln, dass politische Entscheidungen fast immer problembehaftet sind und von den Politikern nicht leicht genommen werden. Hinter allen Entscheidungen steckt sehr viel Arbeit in den politischen Gremien, von denen der Bürger nur das Ergebnis erfährt. Um alle Entscheidungen wird politisch und demokratisch gerungen, manchmal mehr, als der einzelne Abgeordnete verkraften kann. Politik ist kein leichtes Geschäft, aber es ist leicht, die Politik zu kritisieren.
In den Klassen 10 (künftig Klassen 9) besuchen wir regelmäßig entweder das Amtsgericht oder das Landgericht in Ellwangen. Außerdem soll, wie in den letzten zwei Jahren, beim Landgericht eine verkürzte Woche der Justiz stattfinden. (Vielleicht während der Projekttage.)
Mit einer 11. Klasse (zukünftig 10) nehmen wir an „Polis“ teil, einer Veranstaltung der Bundeswehr.
Es ist auch möglich mit den Klassen 11 (künftig 10) den Landtag in Stuttgart und mit der Jahrgangsstufe 12 (künftig 11) den Bundestag in Berlin zu besuchen.
Hier geht es zu den Lehrkräften für Gemeinschaftskunde.