Zu den im o.g. Brief angesprochenen Punkten möchte ich wie folgt Stellung nehmen:
Zuerst einmal allgemein zum Kontakt mit China: Der Schüleraustausch, der nach unserem Besuch in China mit einem Besuch unserer chinesischen Austauschpartner in der vergangenen Woche fortgesetzt wurde, wurde z.B. vom Regierungspräsidium Stuttgart wegen seiner Bedeutung mit einem Finanzzuschuss unterstützt. Schülerkontakte mit China wie der von uns durchgeführte finden an zunehmend mehr Schulen in Deutschland statt.
Wir Lehrer sind als Pädagogen nach China gefahren und als Pädagogen zurückgekommen, in keiner Weise als Wirtschaftsexperten. Wenn wir jedoch die Gelegenheit haben, vor interessierten Zuhörern von unseren Erlebnissen und Eindrücken zu berichten, tun wir das gerne. Bei keinem unserer Zuhörer ist der von Ihnen aus der Berichterstattung zitierte Ausspruch, der in anderem Zusammenhang gefallen ist, auf Kritik gestoßen, sind doch auch die von Ihnen genannten, völlig zu Recht an der chinesischen Entwicklung zu kritisierenden Punkte deutlich benannt worden. Zu unserem Vortrag über unsere China-Eindrücke im September im PG möchte ich Sie bereits jetzt einladen.
Wie Sie der Presse entnehmen konnten, beträgt die Arbeitszeit eines Lehrers als Jahresarbeitszeitkonto 1804 Stunden. Details dazu finden Sie in den einschlägigen Veröffentlichungen, die ich Ihnen gerne für ein intensives Studium zugänglich machen kann. Ich möchte Ihnen auch anbieten, doch einmal den kompletten Arbeitstag eines Lehrers inclusive der außerschulischen Arbeitszeiten mitzuverfolgen, um sich auch hier ein substantielles Bild davon machen zu können. Bitte bringen Sie dazu viel Zeit mit. Falls Sie persönlich einen Lehrer mit der von Ihnen zitierten „üppigen Freizeit“ kennen, lassen Sie es mich bitte unter Nennung von Ross und Reiter wissen, damit die Sache überprüft werden kann.
Ein Wort zur PISA-Studie. Die Schulform Gymnasium im Land Baden-Württemberg hat bereits bei der ersten PISA-Studie 2000 einen Platz unter den ersten drei Spitzenreitern weltweit in allen überprüften Kompetenzbereichen belegt. Erste Veröffentlichung zur PISA-Studie 2003, in denen Baden-Württemberg mit allen Schulen seinen Weg an die Weltspitze fortgesetzt hat, lassen ähnliche Spitzenwerte für das Gymnasium vermuten.
Um Ihnen die Gelegenheit zu geben, sich substantiell zu informieren, stehen meine Kollegen und ich Ihnen jederzeit gerne für Gespräche zur Verfügung.