Bereits im Alter von drei Jahren spielte Frieder Meidert mit Kirschkernen, die er allerdings nicht zu Figuren zusammenlegte oder in kleinen Töpfchen sammelte wie andere Kinder in seinem Alter, sondern er begann damit zu zählen, zu addieren und zu multiplizieren. Dies waren die ersten Anzeichen dafür, dass der kleine Frieder etwas mehr Verständnis für mathematische Problemlösungen in die Wiege gelegt bekommen hatte als andere Kinder.
VON BERND HIRSCHMILLER
ELLWANGEN „Die Begabtenförderung in den Klassenstufen 6 und 7 am Peutinger Gymnasium hat mir auf meinem Weg viel geholfen und hat mir für die mathematische Fortentwicklung an der Schule am meisten gebracht,“ stellt Frieder im Rückblick auf seine bisherige Schulzeit fest. Bereits in der dritten Klasse der Grundschule nahm Frieders Mutter Kontakt zu dem Pädagogen Philipp Sperka auf, der sich am „PG“ für die Begabtenförderung engagiert. Sie holte sich damals mathematischen Rat und natürlich Aufgaben und Probleme, die der Begabung ihres Sohnes entsprochen haben. Momentan steht er kurz vor dem schriftlichen Abitur, das er sehr ernst nimmt, auf das er sich aber nicht besonders vorbereitet, wie er selbst sagt. Er habe schon oft weit schwierigere Aufgaben gelöst, als etwa eine Kurvendiskussion oder ein Integral zu berechnen. Trotz seiner Talente gibt sich Frieder sehr bescheiden. Auch dass er neben seinen „normalen Fächern, die er zum Abitur belegen muss“ noch zusätzlich und somit freiwillig den Leistungskurs Physik besucht, erwähnt er eher beiläufig.
Ins Erzählen
kommt er allerdings, wenn er von seinen
zahlreichen Mathe-Wettbewerben berichtet. Erst
vor kurzem belegte er beim Tag der Mathematik
an der Uni Ulm unter 200 starken Konkurrenten
den zweiten Platz mit einem minimalen Abstand
von nur einem halben Punkt zum ersten. Seit der
siebten Klasse ist er regelmäßiger
Teilnehmer an den Landeswettbewerben, die er
bis auf das erste Mal immer mit einem ersten
Preis abgeschlossen hat. Dies war jeweils
verbunden mit einem mathematischen Seminar, bei
dem es nicht um Schulmathematik ging, sondern
eher um mathematische Spielereien, so Frieder
Meidert. Auch beim Bundeswettbewerb heimste er
zahlreiche Preise ein ebenso wie bei der
Matheolympiade, die jedes Jahr in einer anderen
großen deutschen Stadt ausgerichtet wird.
Im Unterschied zu den Landes- und
Bundeswettbewerben, bei denen die Aufgaben zu
Hause gelöst werden, müssen die
Teilnehmer an der Olympiade vor Ort zwei
fünfstündige Klausuren hinter sich
bringen, „wobei die mathematischen
Probleme die gelöst werden müssen
wesentlich schwieriger sind als beim
Landeswettbewerb“, berichtet Frieder.
Mathe ist für ihn wichtig, aber längst nicht alles, so war er jahrelang SMV-Mitglied und Finanzminister bei der freien Republik Peutingen, einem Projekt das weit über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erregte und bei das Gymnasium für kurze Zeit zu einem eigenen Staat umfunktioniert wurde. Nebenbei pflegt er auch seine musische Begabung als Mann an der Geige im Schulorchester. Bei so viel Talenten versteht es sich fast von selbst, dass Frieder bereits jetzt von seiner Zukunft sehr konkrete Vorstellungen hat. Zunächst geht er als Zivildienstleistender in die Kindertagesstätte des Boromäums. Danach will er mit Volkswirtschaftslehre und natürlich Mathematik zwei Studiengänge parallel studieren. Anschließend möchte er an der Uni bleiben und promovieren, ins Management gehen oder in den diplomatischen Bereich. Soweit die beruflichen Visionen von Frieder, aber zunächst steht erst einmal im Mai das schriftliche Abitur an, das er zwar wie gesagt ohne große Vorbereitungen, aber mit dem nötigen Ernst sicher erfolgreich hinter sich bringen wird.