Konflikte unter Kindern und Jugendlichen gibt es überall. Selbst wenn nicht immer gleich mit der Faust zugeschlagen wird, so versuchen Kinder doch oft, Konflikte durch seelische Gewaltausübung zu lösen.
Mädchen und Jungen werden gehänselt, verspottet, lächerlich gemacht, eingeschüchtert und bedroht. Sie werden absichtlich angerempelt, ausgegrenzt, unter Druck gesetzt. Mobbing in der Schule ist Alltag, wird aber häufig von Erwachsenen nicht wahr- und auch nicht ernst genommen.
Diese Art des Umgangs macht den Schulalltag schwer. Bei Kindern und Jugendlichen wirkt seelische Gewalt negativ auf die Entwicklung ihres Selbstwertgefühls und mindert ihre Freude an der Schule und am Lernen. Aber auch auf dem Schulweg, im Bus, an der Bushaltestelle, in der Nachbarschaft, auf dem Spielplatz machen die Kinder und Jugendliche häufig Gewalterfahrungen.
Auch dem sprachlichen Bereich gilt es größere Beachtung zu schenken. Derbe Schimpfwörter gehören zum Alltagsvokabular schon vieler Kindergartenkinder. Gewalt durch Sprache wird in unserer Gesellschaft als normal empfunden und von den allermeisten nicht als eine Form von Gewalt wahrgenommen bzw. verharmlost. Reichen Worte zur Erniedrigung eines anderen nicht aus, kommt es häufig zu körperlichen Angriffen. Wollen wir der Gewalt vorbeugen, gilt es also, den Anfängen zu wehren. Aber wie?
In den fünften Klassen führen wir im ersten Schulhalbjahr ein Sozialtraining von einigen Doppelstunden durch. Das Training erleichtert das Zusammenwachsen der Klasse und vermittelt Werte und Normen, nach denen wir uns an unserer Schule ausrichten.