Gewalt an der Schule

An jeder Schule wird Gewalt ausgeübt. Körperliche Gewalt wird mehr wahrgenommen als seelische Gewalt. Seelische Gewalt kommt aber viel häufiger vor und ist oft der Vorläufer von körperlicher Gewalt. Wenn wir etwas gegen Gewalt an unserer Schule unternehmen wollen, ist es sehr wichtig, dass wir neben der körperlichen Gewalt auch die seelische Gewalt besser wahrnehmen und ernster nehmen. Seelische Gewalt tut manchmal mehr und vor allem länger weh als körperliche Gewalt.

Verschiedene Arten von Gewalt:
Gewalt gegen Gegenstände Tische und Wände beschmieren, Waschbecken und Spiegel beschädigen, Stühle zerlegen, Medien wie TV oder Kassettenrecorder beschädigen etc.
Körperliche Gewalt den Weg versperren, in die Toilette einsperren, in den Mülleimer stecken, in den Schwitzkasten nehmen, an den Haaren ziehen, Plastiktüte über den Kopf ziehen, Jacke verschmieren, stolpern lassen, stoßen, schlagen, prügeln, mit Messer verletzen, foltern, verstümmeln, vergewaltigen, töten
Seelische Gewalt Seelische Gewalt kann auf sehr unterschiedliche Art und Weise ausgeübt werden. Auch die Gründe dafür sind vielfältig, so können folgende Aspekte der Auslöser sein:
  • das Aussehen (Kleidung, Frisur, Pickel, Zahnspange, Brille, Körpergröße, Behinderung, Hautfarbe, Haarfarbe
  • Sprachfehler, bestimmte Angewohnheiten
  • die schulische Leistung (bei guten Noten: Streberin, bei schlechten: Versager)
  • Mitarbeit im Unterricht (Schleimi, Arschkriecher, will sich einschmeicheln)
  • Nationalität/Herkunft
  • Sprache (anderer Dialekt, andere Sprachfärbung, fehlerhaftes Deutsch)
Gewalt durch Sprache Sprache ist ein Machtmittel und kann zum Gewaltmittel werden. Körperlicher Gewalt geht häufig Gewalt durch Sprache voraus. Reichen die Worte zur Erniedrigung eines Menschen nicht aus, wird als nächster Schritt oft körperliche Gewalt angewendet. Die am meisten verübte Form von Gewalt sowohl unter Kindern und Jugendlichen als auch unter Erwachsenen ist die verbale Gewalt. Gerade weil sie so normal ist und von vielen toleriert oder überhaupt nicht als eine Form von Gewalt wahrgenommen wird, ist es besonders wichtig, genauer hinzuhören und darauf zu reagieren. Verbale Gewalt wird übrigens auch häufig von Lehrkräften ausgeübt.
Verschiedene Formen: hänseln, verspotten, auslachen, lästern, einschüchtern, beschimpfen, drohen, tyrannisieren, nötigen, demütigen, zwingen, erpressen, auch: Gerüchte verbreiten, anonyme Telefonanrufe, diskriminierende Witze erzählen (z.B. Behindertenwitze, AusländerInnenwitze, frauenfeindliche Witze, Blondinenwitze), Droh- und Schmähbriefe, Eltern oder Geschwister schlecht machen etc.
nonverbale Gewalt ausgrenzen durch: übergehen, überhören, schweigen drohende Blicke und drohende Körperhaltung (Drohgebärden)