Am 6.Juli 2007 brach zum zweiten Mal die Jahrgangsstufe 12 nach Rumänien auf. Im Gegensatz zur ersten Studienfahrt 2006 fuhr man jedoch nicht mit dem Bus, sondern bevorzugte den bequemeren Weg mit Bahn und Flugzeug. Für den Kontakt nach Rumänien hatte Herr Wurst gesorgt, der die Reise auch zusammen mit Herrn Rupp begleitete. Die acht Schüler und eine Schülerin waren somit gut umsorgt.
Unsere Herberge lag in Zărneşti, einer Stadt mit ca.24 000 Einwohnern, die mitten in den Karpaten und Transsilvanien liegt. Das Haus befand am Ende des Ortes, aber mit schnellem Zugang zu Einkaufsmöglichkeiten.
Auf unserer Studienfahrt stellten wir fest: Rumänien ist...
Schon bei unserer Ankunft am Flughafen in Bukarest fiel uns auf, dass es in Rumänien ganz anders zu geht als bei uns. Es war viel wärmer, es wurde viel mehr gehupt und die Straßen hatten für uns eher Feldwegcharakter. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise günstig, auch wenn sie sich langsam aber sicher dem Preisniveau anderer Urlaubsländer annähern.
In Zărneşti, bzw. im nahe gelegenen Naturpark Piatra Craiului kann man sehr gut wandern, reiten und klettern, was wir auch alles mit mehr oder weniger Erfolg versuchten. Touristisch gibt es viel zu entdecken, z.B. die Schwarze Kirche in Brasov, das Dracula-Schloss in Bran oder die europäische Kulturhauptstadt 2007, Sibiu.
Egal ob Klettern, Reiten oder mit völlig überladenem Kleinbus mit ziemlicher Geschwindigkeit über die Schlotterpiste ruckeln, jede Unternehmung hatte einen gewissen Hauch von Abenteuer. Auch wenn es uns nicht vergönnt war, Bären oder Wölfen zu begegnen, blieb dies immer ein weiterer Anlass für einen erhöhten Pulsschlag, wenn man mitten durch das Nirgendwo wandert. Und Bierflaschen lassen sich auch mit Geschichte-Klausuren öffnen.
Nach langen Querelen am Kölner Flughafen wegen angeblich stornierter Buchungen und Flugverspätungen landeten wir mitten in der Nacht in Bukarest. Die Fahrt nach Zărneşti dauerte ebenfalls länger und so kam es dass wir eben mitten in der Nacht erst unsere Zimmer beziehen konnten. Auch die Rückreise gestaltete sich schwierig, da vor allem die Zugverbindungen in Deutschland nicht so toll waren.
Die Gegend um Zărneşti, aber auch die Städte Braşov und Sibiu sind landschaftlich sehr ansprechend. Besonders ein Blick vom Hausberg der Stadt Braşov ist sehr lohnenswert. Die Karpaten haben in dieser Gegend fast alpine Züge. Außerdem ist in Rumänien noch nicht so viel verbaut wie in Deutschland, und auch das Wetter ist in den Sommermonaten sehr warm und trocken.
Die größeren Städte in Rumänien, wie Bukarest, Sibiu oder Braşov sind durchaus mit unseren zu vergleichen. Es gibt die gleichen Fast-Food-Restaurants, das gleiche Verkehrschaos, aber auch Parkanlagen und Fußgängerzonen mit Möglichkeiten zum Shoppen.
Ländliche Regionen wie Zărneşti lassen manchmal das Gefühl aufkommen, sie hätten nie das 21. oder auch nur die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts erreicht. Das Heu wird noch in alter Manier mit Sense, Rechen und Pferdekutsche geerntet, und in Zărneşti gibt es gefühlte zweieinhalb geteerte Straßen.
© Artikel: Manuel Ruff
© Layout/Bearbeitung: St. Wurst
© Bildquellen: Rupp, Ruff, Schmidt