Der FSJ´ler*—Die Erfolgsstory

Es ist sieben Uhr dreißig morgens. Unauffällig schlängelt er sich zwischen den Schülerscharen, die vom Bus ins PG strömen, hindurch, um seine Mission zu erfüllen, die Bewahrung des PG vor dem totalen Chaos.

Seine mächtigste Waffe ist seine Fähigkeit, Leute durch Spielen eines Musikinstruments so zufrieden zu stellen (oder zu verstören), dass sie nur selten dazu in der Lage sind, ihm böse zu sein. Im Gegensatz zu Troubadix wird er nämlich nicht verschlagen, wenn er zum Flügel greift...

Bewaffnet mit Besen, Eimer und Schaufel begibt er sich auf den Schulhof, um verdächtige Objekte besser observieren zu können. Hier geht er, meist erfolgreich als strafarbeitender Schüler getarnt („Was hast denn du angestellt?“), einer seiner häufigsten Nebenbeschäftigungen, dem Kehren und Sauberhalten der Außenanlagen, nach. Nebenbei sammelt er Informationen von seinen Agenten und Auftraggebern („Könntest du bitte...“ / „Wir suchen...“ / „Erklär uns doch mal...“), um seine Aufträge noch effizienter ausführen zu können.

Auch die Verwaltung der Waffen – und Rüstungskammer obliegt seiner Fürsorge, sodass alle Neuankömmlinge am PG mit dem PG-T-Shirt ausgestattet werden können, um den gefährlichen Alltag am PG zu überleben. Da der FSJler selbst einmal einer der Schüler war, beschäftigt er sich mit Vorliebe mit seinen Nachfolgern (Schülern).Johannes Fiedler

Wenn er nicht gerade Lärm macht oder den Hausmeistern mal mehr, mal weniger erfolgreich zur Hand geht, kann man ihn manchmal dabei beobachten, wie er versucht, kleinen unschuldigen Kindern die geheime Lehre der deutschen Rechtschreibung oder der lateinischen Sprache einzutrichtern. Hier kommen schon die kommenden Evolutionsstufen des FSJlers fragmentarisch zum Tragen, nämlich der Beruf des Lehrers („Was, du willst immer noch Lehrer werden?“).

Aufgrund seines überragenden Erfolgs wird der Aktionsradius seiner Mission in Zukunft weiter ausgeweitet, um als Leibwache für weitere Schüler dienen zu können. So wird er im Laufe des Schuljahres noch nach Griechenland, Italien und in weite Teile Deutschlands entsandt, um den globalen Frieden zu sichern.

Doch auch der FSJler wird die Schule verlassen, wenn am Schuljahresende alle Gefahren ausgestanden sind. Hoffentlich gut gewappnet wird er sich dann dem nächsten Abenteuer zuwenden, dem Studium, um gestärkt an die Schule zurückzukehren und sie aufs Neue gegen böse Mächte zu verteidigen.

Der FSJler

 *(Anm. d. Redaktion: „FSJ“ steht für „Freiwilliges Soziales Jahr“)

Autor: Johannes Fiedler